Schnappschuss: Fahrradgefahr

7. August 2014 | von Johannes Reimann

Ein Moment, eine Situation, eine Begebenheit – manche Stories wollen sofort kundgetan werden, ohne auf einen ausführlichen Beitrag zu warten. Diesmal zielt der Fokus auf eine für Radfahrende und den gesamten Verkehr gefährliche Situation in der Trierer Hindenburgstraße.

Der Radverkehr fristet in Trier schon immer ein Schattendasein. Nicht nur, dass sich keinerlei Strategie hinter entsprechenden Maßnahmen erkennen lässt. Nach dem Motto »Es war noch Farbe übrig« werden Radverkehrsanlagen nur dort pflichtschuldig mitbehandelt, wo größere Straßenerneuerungen stattfinden. Ärgerlich und gefährlich kann es aber vor allem dann werden, wenn Behörden bewusst auf die Radfahrenden pfeifen.

Gefährliche Stelle

Zu weit weg: Nur durch Orstkenntnis ist erschließbar, dass der Radweg benutzungspflichtig ist. (Foto: Johannes Reimann)Die Rede ist hier von der Kreuzung Südallee und Hindenburgstraße. Vom Grünstreifen entlang der Südalle wird hier der Radverkehr in Richtung Innenstadt zunächst über die Fußgängerampel geführt. Das nicht gut sichtbare Verkehrszeichen 241 ›Getrennter Geh- und Radweg‹ weist dahinter eine Separierung zwischen beiden Verkehrsarten aus, unterstützt durch eine rote Markierung für den Radverkehr. Die Markierung endet abrupt und lässt den Radfahrer völlig ungeführt mehrere Meter weiterfahren, bis eine abgesetzte Borsteinkante einen Hiweis darauf gibt, dass er hier auf die Fahrbahn wechseln muss. Erst mit Beginn der Stellflächen für den ruhenden Verkehr weiter hinten wird dem Radfahrer mit dem Verkehszeichen 237 ›Benutzungspflichtiger Radweg Ende‹ dieses Handeln vorgeschrieben. Der Radfahrer sieht sich in dieser Situation also ohnehin schon einer mehrfachen Gefährdung gegenüber:

  • Unklarheit über Führung des Radverkehrs nach abruptem Ende der Markierung
  • zu späte Anzeige des endenden benutzungspflichtigen Radwegs
  • Gefährdung durch Eindordnung in den fließenden, nach Langsamfahrt in der Kreuzung an dieser Stelle regelmäßig beschleunigenden Kfz-Verkehr auf der Fahrbahn, zusätzlich durch Gebot eines Sicherheitsabstands zu den dort parkenden Kfz
  • Versperren der abgesetzten Bordsteinkante zur Abfahrt durch regelmäßig falsch abgestellte Pkw

Es kommt noch schlimmer

Hindernis auf dem benutzungspflichtigen Radweg: eine Gefahr für den Radverkehr und alle anderen Verkehrsarten (Foto: Johannes Reimann)Im Rahmen der aktuellen Asphaltierungsarbeiten am Augustinerhof ist die Zufahrt zu Theater Trier und Rathaus für den Kfz-Verkehr eingeschränkt bzw. gesperrt. Das Zeichen 123 ›Baustelle‹, welches mit Richtungsfpeil links dem Verkehr in der Hindenburgstraße in Richtung Innenstadt diesen Hinweis gibt, steht mitten auf dem benutzungspflichtigen Radweg, genau hinter dem Ende der roten Markierung. Damit verschärft es das Gefährdungspotenzial nicht nur für den Radverkehr, sondern durch zum Ausweichen gezwungene Radfahrer ebenfalls für den nebendran geführten Fußverkehr und selbst für den Kfz-Verkehr.

Ich werde diese Einschätzung auch dem Straßenverkehrsamt in Trier mitteilen.

Über den Autor

Johannes Reimann schreibt seit vielen Jahren. Das Studium der Angewandten Geographie/ Raumentwicklung hat seine Aufmerksamkeit besonders auf die Wirkung von politischen Entscheidungen und alltäglichem Leben im und auf den Raum gerichtet.

Adresse: http://raumblog.de/schnappschuss-fahrradgefahr/

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